PRESSESCHAU +++ „Die Macht von Amazon: Günstig, aber gnadenlos?" – ZDF Zoom (ab Minute 20) +++ „Bis aufs Messer" – DER SPIEGEL +++ „David gegen Goliath“ – rbb radioeins +++ „Messerscharf gegen Amazon" – stil&markt +++


Amazon einfach nicht beliefern? Da spielt der Gigant nicht mit. Er will Macht. Dafür braucht er Ware, bezieht sie auf Umwegen, nennt falsche Lieferzeiten – und unterliegt vor Gericht.

Es klagte Messer-Importeur Christian Romanowski: Sein breites Sortiment ist nicht auf dem Wühltisch daheim, sondern bei qualitätsliebenden Hobby- und Spitzenköchen. Die Kunden erhalten im Fachhandel einen hervorragenden Service, von der (Online-)Beratung bis zum Nachschleifen.

Dies bietet Amazon nicht, hat es jedoch auf die gesamte Handelsspanne abgesehen. Zum Nachteil der Kunden und der Anbieter im Amazon-Marketplace. Romanowski schreibt an CEO Jeff Bezos, bietet ihm ersatzweise "Jeff das Messer" an, während sich ein wahrer Wirtschaftskrimi entwickelt. Amazons mutmaßliches Ziel: Allmacht. Hier wird diese Story erzählt, featuring "Jeff the Knife" im Dreigroschen-Video.

Fairplay als Fremdwort

Offener Brief an Jeff Bezos (Gründer/Präsident von Amazon.com)

Lieber Jeff,

gleich zum Thema: Bitte lass uns in Ruhe, wir möchten Amazon nicht beliefern. Sondern weiterhin nur unsere Fachhändler, die auch beraten können, ihre Produkte kennen und meist einen kleinen Laden haben. Einige verkaufen auch im Amazon-Marketplace, das ist ok, und da verdienst Du bereits ziemlich gut mit. Deine Gier ist unanständig.

Daher sei bitte so lieb und stifte keine dubiosen Quellen mehr an, uns anzulügen. Zum Beispiel diesen Werbemittelhändler mit der Story, die bei uns bestellten Messer seien für einen Prämienkatalog der Sparkasse. Dabei hatte er diese für Amazon gekauft.

Bitte biete unsere Messer nicht an (und schon gar nicht als Erster in der Liste), wenn Du sie gar nicht auf Lager hast. Im Gegensatz zu unseren treuen Fachhändlern, die dann hinter Amazon stehen! Weil Dir Fairplay ein Fremdwort ist und Deine Anwälte unsere wettbewerbsrechtliche Abmahnung als Quatsch ansahen, hat Dir nun sogar ein Gericht das Vordrängeln untersagt [Aktualisierung]. Ist doch blöd, so ein Stress.

Warst Du mal in der Innenstadt mit Deiner Frau bummeln? Ist es nicht toll, auch kleine Händler mit spezialisiertem Angebot und kompetenter Fachberatung zu haben? Oft gibt es da sogar ein passenderes Produkt als das auf Deinem Zettel, vielleicht sogar preiswerter. Und das Beste: Die Beratung kostet noch nicht einmal extra!
Bitte versteh mich nicht falsch. Ich mag Dein Geschäft und kaufe da auch manchmal. Wie das Navi damals: Ich war begeistert, als es muckte und Du es mir unproblematisch ersetzt hast. Sogar das Porto hast Du bezahlt. Das machte auch auf mich Eindruck.

Doch Dein Streben nach Allmacht geht auf Kosten aller anderen. Auf Kosten der Vielfalt in jeder Hinsicht, und damit letztlich auch auf Kosten der Kunden. Mein Freund Patrick Neumann ist Kommunikationsprofi und hat auf dieser Seite viele Infos aufbereitet, damit sich jeder eine eigene Meinung bilden kann.

Und weil wir den Frieden mögen, habe ich unseren Lieferanten CHROMA gebeten, Dir ein Messer zu widmen, dass Du natürlich auch bei uns kaufen und weiterverkaufen kannst. Ohne Werbemittelhändler. Gleich direkt. Damit Du auch auf Deine Kosten kommst! Eine Seite ist auf Englisch, damit Du und Deine Kumpels es auch verstehen:

Fühle Dich geehrt! – Weder CHROMA noch kochmesser.de haben jemals jemand anders ein eigenes Messer gewidmet. Du kannst damit toll arbeiten, es ist ein hochwertiger deutscher Klingenstahl und beschichtet, damit nichts kleben bleibt. Das Messer ist ziemlich scharf, auf 54°C HRC gehärtet. Du kannst es auch mal in den Geschirrspüler tun, was generell für Messer nie gut ist, doch „JEFF the Knife“ kann das ab. Und das Beste: das Messer kostet bei uns direkt nur faire 19,95 Euro.

Humor haben wir auch und Dir ein passendes Lied aus der Dreigroschenoper gewidmet. Gleich unter diesem Brief.
Es dankt Dir für Deine Zeit

Christian Romanowski und das [kochmesser.de] Team aus Wildau bei Berlin

Warum Jeff das Messer?

Von Brecht zu Bezos

Jeff Bezos ist Gründer/Chef von Amazon.com. Statt dieser Adresse können Sie auch den ursprünglich geplanten Namen Relentless.com eingeben = "Gnadenlos.com".

Die Dreigroschenoper wiederum handelt vom gnadenlosen Konkurrenz- und Existenzkampf zweier Geschäftsleute. Von der Hauptperson Mackie Messer haben Sie sicher schon gehört, auf englisch: Mack the Knife.
So kamen wir auf auch das weltbekannte Haifisch-Lied. Hier unsere Version, passend zu Amazon & Jeff Bezos. Viel Spaß!

PS: Hier können Sie den Liedtext nachlesen. Haben Sie Ideen für weitere Strophen? Für besonders kreative Ideen gibt's ein JEFF-Messer.
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Das System Amazon beruht auf

Anlocken, Ausnutzen, Aussaugen und abhängig machen.

...vermutet ein Einzelhändler und führt weiter aus: "Das gilt für alle, die mit Amazon zu tun haben: Ob Händler, Hersteller, Endverbraucher oder Staaten." Seinen Namen möchte er hier aus gutem Grund nicht lesen und verweist auf die Parallele zum Buchmarkt: "Unter dem Druck strafbewehrter Verschwiegenheitsklauseln wagt niemand in den Mainstream-Verlagshäusern, die Dinge offen auszusprechen" (FAZ, 2.6.14)

Jede der genannten Gruppen glaubt erst einmal mit dem von Amazon gebotenen Konzept gut zu fahren. Übersehen wird dabei nur, dass dem Riesen Amazon nicht eine gewichtige Gesamtheit gegenüber steht, sondern immer eine einzelne Zwergenzelle, die die geballte Macht von Amazon zu spüren bekommt, wenn sie nicht so funktioniert, wie Amazon das will. Da Einigkeit unter Gruppen bekanntermaßen kaum zu erreichen ist, muss jeder Einzelne aufpassen, sich nicht abhängig machen zu lassen.

Lesen Sie was passiert, wenn man sich gegen den Giganten auflehnt...

Akt I – Vorfahrt im Porsche

Hauptdarsteller sind die Messer "Type 301" im Porsche-Design. Der Importeur Christian Romanowski liefert nicht an Amazon direkt, sondern nur an Händler mit Fachberatung. Diese wiederum dürfen natürlich im "Amazon Marketplace" anbieten und machen dies auch.

Akt II – Spionage

Amazon wertet die Umsätze im Marketplace aus. Dort bieten die Händler auf eigenes Risiko an, Amazon verdient mit und freut sich über kostenlose Marktforschung – siehe da, die Type 301 Messer sind wirklich beliebt! Warum also nur 15% am Marketplace verdienen, wenn man den ganzen Kuchen haben kann? Also sprechen die Amazon-Einkäufer beim Importeur vor...

Akt III – Erpressung

...und blitzen immer wieder ab. Denn Amazon selbst berät nicht, im dortigen Marketplace haben die Kunden einen Fachhändler als Ansprechpartner. Fortan lässt sich beobachten, dass Type 301 Artikel bei Amazon mehrfach gelistet werden, was Amazon selbst untersagt. Dadurch verteilen sich die Umsätze des gleichen Produkts auf mehrere Artikelnummern, es fällt es aus den Bestsellern. Zudem sind die Beschreibungen fehlerhaft. Darauf hingewiesen, lautet die Antwort in etwa: „Beliefert uns, und Sie dürfen die Artikel zusammenlegen und korrigieren." Als Dank für eine Erpressung darf man somit die Arbeit des Anderen machen.

Akt IV – Sucht

Amazon scheint wie ein kleines Kind zu sein, das etwas haben will. Oder ein Abhängiger, der Stoff braucht? In jedem Fall will Amazon an die Porsche-Messer kommen. Ob beim Importeur, über Grossisten, aus dem Ausland, von Strohhändlern. Als ein Loch gestopft ist, gelangen die Messer über einen Werbemittelhändler an Amazon. Geordert angeblich für den Prämienkatalog der Sparkasse. Dabei nimmt Amazon auch in Kauf, so gut wie keinen Ertrag oder sogar Verlust zu machen. Vermutetes Ziel: Das „Erlegen“ der Kontrahenten und die Umsatzmacht bei Amazon zu haben.

Intermezzo – Was wäre wenn

Entwerfen wir ein mögliches Szenario, wenn Amazon direkt vom Importeur beliefert wird oder sich erfolgreich anderweitig eindeckt:

  1. Amazon zieht die betreffenden Umsätze auf sich selbst, weil man sich selbst an erster Stelle – auch zum schlechteren Preis – hier ein Beispiel.
  2. Ein Zusatzumsatz wird damit nicht generiert: Statt an die Fachhändler liefert der Importeur an Amazon. Die Abhängigkeit beginnt.
  3. Da die Fachhändler auf der Plattform kaum noch verkaufen, fangen einzelne an, die Preise herunter zu setzen. Amazon geht automatisch mit. Die Spirale nach unten beginnt.
  4. Damit bietet Amazon als teuerster Handelsplatz nun günstigere Preise als Ladengeschäfte/Internetshops. Diese verlieren Umsätze an die Plattform Amazon und damit an den Händler Amazon. Der Ruf von Amazon als billigem Anbieter und dessen Marktmacht wächst. Der Hersteller wird abhängig, seine Absatzstruktur bröckelt, Amazon kann die Preise diktieren unter Drohung, die Produkte auszulisten. Sind die Fachhändler ruiniert, ein umso leichteres Spiel.

"Aber es wird doch billiger für den Kunden!" sagen Sie nun? Temporär schon, aber irgendwann muss auch Amazon Geld verdienen. Auf Ihre Kosten, dank der gewonnenen Allmacht. Denn Oligopole oder Monopole enden – wie der Kommunismus – in Gleichmacherei und Eintönigkeit. Das Prinzip ist wie beim Fastfood: Möglichst wenige Artikel und diese in riesigen Massen.

Akt V - Verluste

Jetzt wäre es kriminell, je nachdem, wie man folgende Beobachtung zu Ende denkt. Für Fachhändler am Amazon Marketplace gibt zwei Möglichkeiten der Einlagerung, wenn der Versand durch Amazon erfolgen soll: a) Ein eigener Ort für alle Artikel eines Händlers, und b) den "Vermischten Lagerbestand" als günstigere Lösung. Also eine Box für einen Artikel, in die jeder Händler (auch Amazon) etwas hineinlegen kann und bei einer Bestellung einfach etwas entnommen wird. So kam es vor, dass eine Testbestellung beim Händler Amazon mit der Ware eines Marketplace-Anbieters ausgeführt wurde. Das kann vorkommen. Warum einigen Händlern Verlustmengen gutgeschrieben wurden, ist eine andere Frage.

Akt VI - Im Namen des Volkes

Parallel dazu erging auf Bestreben von kochmesser.de folgendes Urteil: "Die Beklagte wird verurteilt, im Zusammenhang mit dem Verkauf von Kochmessern der Marke Chroma, es zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr mit Lieferzeiten zu werben, wenn die Kochmesser der Marke Chroma zu dem angekündigten Zeitpunkt nicht vorrätig sind". Kurz: Wenn auf amazon.de steht "x Stück am Lager, Verkauf durch amazon.de, Lieferung bis...", dann hat dies auch zu stimmen. Tat es aber nicht. Gegen das Urteil des Landgerichts Regensburg (AZ: 2 HK O 134/14) vom 25. Juli 2014 hat Amazon am Tag des Fristendes Berufung eingelegt.

Akt VII - Die Moral

Wollen Sie wirklich mehr hören...? Wir hätten noch Stories auf Lager. Aber nutzen Sie, liebe Kunden, die Zeit doch lieber für die Überlegung, wo, was und wie Sie einkaufen möchten. In Zukunft. Unser Vorschlag: Bei verschiedenen Anbietern, mit Produktvielfalt und Beratung. Mit einem allmächtigen Amazon wird das schwer. Und als Hersteller/Importeur schneiden Sie sich vielleicht eine Scheibe ab von dieser Initiative "Jeff das Messer".

PS: Falls Sie das nächste Mal bei Amazon bestellen, machen Sie es über das Boost Project – dann gehen 6 Prozent an einen guten Zweck. Ihr Bestellablauf bleibt identisch. Funktioniert übrigens auch für andere Shops, bahn.de und mehr.

In diesem Teil sammeln wir weitere Beispiele für Amazons Verhalten. Wie das des damals dort gekauften Kopfhörers. Er klang super, hat nun einen Kabelbruch. Hieß es nicht "10 Jahre Garantie"? – Doch der deutsche Vertrieb teilt mit:

S.M.G Sound-Magic ist der autorisierte Importeur der KOSS-Kopfhörer für Deutschland. Sound Magic verkauft exklusiv über den Fachhandel und den eigenen Online-Shop, Amazon und Amazon Marketplace-Händler werden nicht beliefert. Für Garantie und Gewährleistung ist bei Koss-Produkten, die über Amazon und Amazon Marketplace-Händler erworben wurden, sind ausschließlich Amazon, der Amazon-Marketplace-Händler und deren Vorlieferanten zuständig. Von Amazon verbreitete anderslautende Informationen sind schlicht und einfach Falschinformationen.

Hoppla. Ein Fall für die Mülltonne. Der Normalkunde googelt nun nach Ersatz. Erster Treffer: Amazon. Das dortige Angebot ist gleich mehrfach pikant. Zum einen drängelt sich Amazon vor, und damit den günstigeren Händler "PADNOTE" (bei identischen Versandbedingungen) an den Rand. Zum anderen besteht die Gefahr gefälschter Produkte, wenn das Angebot unter dem Händlereinkaufspreis liegt.

Warum machen Firmen wir S.M.G und kochmesser.de den Mund auf? – Auch, weil sie es dürfen, mangels Vertrag mit dem Giganten. Denn andere Händler, Verlage, Hersteller oder sonstige Vertragspartner von Amazon haben eine Verschwiegenheitsklausel unterzeichnet und würden ein hohes rechtliches Risiko eingehen. Dieser Maulkorb ist bereits Realität.

Ein weiteres Beispiel aus jedermans Alltag. Laut einem Test ist das "Ecover Universal-Waschpulver" empfehlenswert. Waschmittel kauft man natürlich im Supermarkt oder in der Drogerie, und bei der Suche nach dem nächsten Händler hilft die Websuche:

Sorry, liebe Händler: Im System Amazon werden Sie überflüssig! Dazu das simple Beispiel eines Espressokochers – Amazon ist nicht der günstigste Anbieter, belegt jedoch die Buybox und preist sein Prime-Programm an: Auf dass zukünftig erst recht nur vom Händler Amazon gekauft wird. Schlechte Aussichten für Firmen wie (in diesem Fall) "Haushaltswaren Albert Dobmeier" aus Wiesau.

Der superscharfe Jeff

Damit schneiden auch Sie sich stets das größte Stück ab

Jeff the Knife gibt es wirklich. Schließlich haben wir es extra für Jeff Bezos produzieren lassen, weil Amazon so scharf auf CHROMA Produkte ist. Ein paar haben wir selbst auf Lager bzw. an unsere Fachhändler weitergegeben. Natürlich in einer schicken Verpackung.

Jeff das Messer ist zweisprachig bedruckt und schneidet als klassisches Santoku-Messer fast alles. Das Beschichtungsmaterial ist sogar NSF tested - da bleibt nichts haften. Mit einer Klingenlänge von 17,5cm ist JEFF Ihr superscharfes "Everything Knife":

Alle rechtlichen Informationen haben wir auf den folgenden Links übersichtlich für Sie zusammengestellt:

Letzte Worte

Bislang geht Amazons Gnadenlos-Strategie auf: